Aug
27
2009

Wird Quentin Tarantino überbewertet?

Mit seinem neuen Film Inglorious Bastards ist die Debatte heiss wie nie zuvor. Für viele ist Tarantino ein Meister seines Fachs, für andere ein übertriebenen Regisseur ohne Tabus, der seinen Zenit schon lange überschritten hat. Nun ja, grundsätzlich hat jeder Mensch seine eigene Meinung aber bei Tarantino schein sich doch ein grosser Graben zwischen Befürwortern und Gegnern aufgetan zu haben. Während die eine Seite kaum mehr aus dem Loben heraus kommt, bleibt der anderen Fraktion das Popkorn im Hals stecken. Die einen begrüssen den lockeren Umgang mit Humor und der übertriebenen Gewalt, während andere schon von Leugnung des Holocaust sprechen. Ich persönlich habe den Film bisher leider noch nicht gesehen, möchte das aber nachholen.

Tarantino beginnt mit totalem Stillstand – und nimmt danach langsam das Tempo heraus. Ohne jedes Gefühl für Timing walzt er seine Geschichte geschlagene 160 Minuten lang über die Leinwand.

Mit der Regisseur-typischen Überzeugung, steht die letzte Zeile von Inglourious Bastards „Das könnte mein Meisterwerk sein“. Während das vielleicht nicht ganz stimmt, ist es dennoch ein umwerfender Film, der QT zurück in glänzender Form zeigt.

Die Kritiken könnten unterschiedlicher nicht sein.

Wie sah das in der Vergangenheit aus? Auch bei Grindhouse waren die Kritiken sehr gespalten, von gut bis ganz schlecht. Die zwei Filme sind aber meiner Meinung nach auch nicht wirklich zu vergleichen und einen Film der auf schlecht und alt gemacht ist möchte ich auch nicht wirklich bewerten. Mir hat Death Proof halt nicht so gefallen.

Hätten wir also noch die alten Filme wie Pulp Fiction oder Jackie Brown. Sie alle haben ein gewisses Flair, das einem entweder gefällt oder man komplett ablehnt. Dieses Flair haben auch die neueren Tarantino-Filme noch. Übertriebene und selbstherrliche Gewaltszenen prägen oft das Bild. Dazu kommen meist relativ unsinnige Gespräche, welche zum Beispiel darum gehen, wie ein Hamburger in Frankreich genannt wird. Auch hier kann wieder gesagt werden, man mag den Film oder eben nicht.

Fazit meinerseits ist, dass Quentin Tarantino mit seiner Art Filme zu machen und zu zeigen eine ganz eigene Version der Darstellung hat, die irgendwie eine andere Seite der Personen und Geschehnisse zeigt. Man kann sich jeden Film von ihm ansehen, sie haben immer etwas sehr ähnliches und dieses erwähnte Flair mag man halt, dann mag man praktisch all seine Filme, oder man kann dem nichts abgewinnen und man lässt besser die Finger von Tarantino-Filmen. Und zwar von allen.

About the Author: Michael Maurer

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