Jun
28
2010

Openair St. Gallen

Dieses Wochenende fand das Openair St. Gallen im Sittertobel statt. Ich gehöre nicht gerade zu den grossen Liebhabern dieser Events mit Massen an Leuten, Dreck und Drogen aber für St. Gallen habe ich dieses Jahr eine Ausnahme gemacht. Dazu bewegt haben mich vorallem die angekündigten Bands. So traten unter anderem die White Lies, Ellie Goulding, Kasabian oder The Strokes auf. Am meisten gefreut habe ich mich dabei natürlich auf die White Lies, die bei ihren Live-Auftritten ja recht abgehen sollen und dauernd auf Tour sind. Hier also mein Festival-Bericht.Donnerstag: Letzten Donnerstag hatte ich so gegen Mittag meinen letzten Arbeitstag bei meinem Arbeitgeber. Anschliessend ging es nach Hause, um mich mental auf die bevorstehenden Tage vorzubereiten. Gegen 14:00 ging es dann auch den Zug und wir kamen schlussendlich so um 17:00 in St. Gallen am Bahnhof an. Die ersten Einkäufe für die Verpflegung wurden getätigt und nach kurzem Warten auf unsere Zürcher Kollegen gingen wir aufs Festivalgeläde. Das heisst, wir kamen bis zur Warteschlange, die wirklich monströs gross war und uns ganze 3 Stunden aufhielt. Ich werd nicht mehr! Irgendwann waren wir dann doch drin, aber das mit dem früh gehen, um einen guten Platz zu bekommen, ging leider nach hinten los. Alles war bereits voll! Die zwei Leute, die von uns noch früher dort waren, um etwas zu reservieren, fanden auch noch nur in erheblicher Steillage einen ordentlichen Platz. Immerhin war die Aussicht gut. So schlugen wir unsere Zelte auf und machten und kurz darauf auf den Weg zum ersten Konzert von den Sportfreunden Stiller. Der Auftritt war gut und der Track Rock and Roll Queen lies mich das ganze Wochenende nicht mehr los. Eigentlich ist der von den Subways, aber die beiden Bands haben ja ein recht gutes Verhältnis. Leider wurde dann bei der Zugabe durch Wurfgegenstände etwas von der Band  kaputt gemacht, worauf der Auftritt beendet wurde. Das Publikum war zu übermotiviert. Den restlichen Abend verbrachten wir damit, das Gelände noch etwas zu erkunden und in der Jack Daniels-Bar zu frieren.

Freitag: Nach einer kalten Nacht sassen wir erstmal ein wenig in unserem Wohnzimmer im Schatten und überlegten uns, was es heute denn Sehenswertes gibt. Die Wahl war nicht ganz einfach. Gegen Abend spielten sowohl die Schweiz gegen Honduras, wie auch 30 Seconds to Mars. Davor musste aber noch die Wahl zwischen NOFX oder Paramore getroffen werden. Schlussendlich entschieden wir uns für Paramore und 30 Seconds to Mars. Die richtige Entscheidung, wie sich nach dem Match herausstellte. War wohl nicht sehr spannend. Paramore war nicht sonderlich inspirierend, weiss auch nicht genau warum, aber die Musik hat mir nicht sonderlich gepasst. 30 Seconds to Mars war etwas besser, die Musik war eher auf meiner Wellenlänge. Jedoch kann ich Jared Leto nicht ernstnehmen, der sah einfach zu ironisch und kitschig aus. Nach einer Pause ging es danach weiter mit The Strokes, die mir recht gut gefallen haben. Wirklich gekannt habe ich sie aber nicht. Jaja, der Freitag Abend… Wegen übermässigem Alkoholmissbrauch und rutschigen Treppen musste Michael dann noch nährere Bekanntschaft mit der Treppe machen, was höchstens der Treppe gefallen hat. Naja auch egal, man lebt ja noch.

Samstag: Die grosse Müdigkeit kam Samstags. Erstmal bin ich fast erstickt beim Aufwachen, weil das Zelt durch die Sonne doch recht beheizt wurde. Dafür ging es einmal zum Duschzelt. Hätte ich nicht gedacht. Weil wir so früh waren, musste man noch nicht einmal anstehen. Danach wurde kurz gefrühstückt und nach den knapp 15 Minuten war die Schlange vor dem Duschzelt endlos. Das nenne ich mal Timing. Der Rest des Tages wurde damit verbracht, im Wohnzimmer zu sitzen und Musik zu hören. Die Zürcher suchten eine Badi auf und so war die Berner Fraktion auf sich gestellt. Sie wollten für Fettes Brot wieder da sein. Waren sie aber nicht. So sind wir halt alleine gegangen, um deren Show zu sehen. Und wir wurden nicht enttäuscht! Die drei Hamburger wissen  zu unterhalten. Einzig das Ansprechen des WM-Outs für die Schweiz war ein Knackpunkt. Sie konnten sich aber noch gerade retten. Per Zufall trafen wir dann auch wieder die Zürcher und wir waren wieder komplett. Nach den Deutschen spielten endlich die White Lies. Und damit das beste Konzert des Openairs! Ich war der einzige von uns, der die Band kannte, aber jeder sagte anschliessend, dass es ein geniales Konzert war. Harry McVeigh, dem Frontman der Band, war deutlich anzusehen, wie sehr er den Auftritt genoss. Das Publikum ging auch enorm mit es stimmte eigentlich alles. Der Sound hatte CD-Qualität und die Songs waren mitreissend. Nach dem Auftritt ging es mal wieder hoch zum Zelt, um vor Kasabian, die um 22:30 spielen sollten, nochmal etwas zu entspannen. Mit Entspannen war dann dank aufblasbarem Wasserball und hyperaktivem Zürcher nicht viel, aber das ist ein anderes Thema. Kasabian war dann als nächstes an der Reihe und konnte mich nie wirklich begeistern. Der Sound klang nicht so toll und die Band wurde nicht einmal mehr so richtig zur Zugabe aufgefordert. Anschliessend ging es wieder zur Jack Daniels-Bar, die diesesmal aber viel voller war. Ich musste das aber nicht mehr haben und landete dann recht früh im Zelt.

Sonntag: Noch grössere Müdigkeit. Hervorgerufen durch das heisse Wetter. Wir waren früh wach und lagen dann eine gefühlte Ewigkeit wie tote Fliegen im Wohnzimmer. Das Wohnzimmer war übrigens unser gemütlicher Pavillon. Darum kam der Garten und danach die Strasse. Müll sollte mindestens bis zur Strasse gebracht werden. Klappte aber leider nie. Nach dem tot rumliegen, kam irgendwann Ellie Goulding auf der Hauptbühne. Das musste ich natürlich sehen. Die meisten Anderen blieben aber bei den Zelten. Der Auftritt war super. Ihre Hits hat sie solide runtergespielt und mit ihrem britischen Akzent, ihren Lovely’s und dem stimmigen Publikum hat sie mir den Tag versüsst. Vom starken Elektro-Einfluss auf dem Album war nicht mehr allzu viel zu hören und so kam ihre geniale Stimme noch besser zur Geltung. Zudem spielte sie Gitarre und Trommel, was wohl kaum eine andere der Pop-Prinzessinen sagen kann. Das war dann auch schon das letzte Konzert für uns. Wir wollten ursprünglich zwar noch Billy Talent abwarten, aber das Verlangen nach Zivilisation war grösser und das heisse Wetter hatte uns endgültig geschafft. So traten wir gegen 16:00 die Heimreise an, womit wir noch rechtzeitig zum Abendessen zuhause waren. Das ist nicht  zu unterschätzen!

Das Festival war super. Tolles Wetter, tolle Atmosphäre und tolle Bands. So sollte es immer sein. Wenn auch ein flacherer Schlafplatz nicht schlecht gewesen wäre. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Jetzt bin ich aber auch froh, mal wieder sauber zu sein.

Übrigens wird das wohl für eine längere Zeit mein letzter Beitrag sein. Michi muss nächste Woche ins Militär und an den Wochenenden selten Zeit haben, sich um Einträge zu kümmern. Ab Dezember geht es dann wieder weiter und am 1. Januar gibts schon hübsche Bilder aus Australien!

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  • Ich konnte dieses Jahr leider nicht hinfahren, dabei hätte ich mir auch so gerne die Strokes live angesehen… und die Sportis. Schade. Aber danke Dir für Deinen schönen Festivalbericht. Ich hoffe, ich schaffe es nächstes Jahr wieder hin.

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